Das Bike

Das Bike

 

Hardtail: geringeres Gewicht und Preis; weniger Wartung und direkte Kraftübertragung:

     Race-, Touren-, Dirt- und Trial-Bike

 

Fully: vorne und hinten gefedert; bessere Traktion, Komfort, Gesundheit, Fahrspaß und Sicherheit:

     Race -, Marathon-, All Mountain-, Enduro-, Freeride- und Downhill-Bike

 

Rahmenmaterialien 

Stahl: Um konkurrenzfähige Preise zu erzielen, wird dieses Material noch bei Kindern und Jugendfahrrädern verwendet

 

Aluminium: Sicherlich Nr. 1 in MTB Rahmenbau, vor allem bei Fullys. Das Metall wird in verschiedenen Legierungen verarbeitet. Zu den hochwertigen Typen gehören Alu 6061 oder 7000. Ein T dahinter steht für  Heat Treated. Um Alu langlebig zu machen, muss es nach dem Schweißen einer Wärmebehandlung unterzogen werden.

 

Carbon: Früher exotisch und in Kleinserien verbaut, kommt Carbon inzwischen in der Masseproduktion zum Einsatz. Marken wie Trek, Giant, GT, Simplon, Scott und Merida waren die Vorreiter. Die Geometrien und Materialen sind vielfältig und das große Geheimnis jedes Entwicklers. Die Vorteile sind das Gewicht, die Elastizität sowie die Dämpfung. Die stärkere Verwindung vor allem am Steuerkopf- und Tretlagerbereich wird als Nachteil gesehen.

 

Titan: Ein Edelstoff für Hardtails, jedoch für die Masse der Fahrer zu teuer. Die Vorteile stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten.

 
Bremsen 

Hydraulische Scheibenbremse: Vorteil: sehr gute Verzögerungswerte, geringe Handkräfte, je nach Modell gut dosierbar, kein Felgenverschleiß, wartungsarm, Bremsbeläge leicht zu wechseln; Nachteile: oft hoher Belagsverschleiß, teure Bremsbeläge, höheres Gewicht, Quietschen bei Nässe, nicht für jedes Rahmenmodell passend, Reparaturen und Entlüften zeitaufwendig.

 

Hydraulikbremsen: Vorteile: hohe Bremskräfte, gute Dosierbarkeit, Bremsbelagswechsel einfach, verschiedene Bremsbeläge, wartungsarm, zuverlässig; Nachteile: Druckpunkt nicht optimal fühlbar (schlecht für Einsteiger), relativ teuer, Reparaturen aufwendig, höheres Gewicht.

 

V-Brakes: Vorteile: hohe Bremskräfte, preisgünstig, einstellbarer Druckpunkt, relativ gut dosierbar, Tuning-Bremsbeläge erhältlich; Nachteile: Bei Nässe und Kälte nachlassende Bremswirkung, je nach Bremshebel und Übersetzung sehr giftig, Felge als tragendes Teil wird abgenutzt, teils starkes Quietschen, bei Umrüstung immer auch spezieller Hebel erforderlich, eher nur noch Rennrad!

 
Federung

Federgabel und Dämpfer nehmen Fahrbahnstöße auf und senken somit die Belastung für den Fahrer. Gleichzeitig sorgen sie für mehr Traktion, da die Reifen über die Hindernisse rollen und nicht bei jedem Stein vom Boden abheben. Wie effizient das Fahrwerk den Fahrer entlastet und die Traktion erhöht, hängt allerdings stark von den jeweiligen Einstellungen ab.

Der Negativfederweg muss passen, damit Gabel und Dämpfer fein ansprechen, Schlaglöcher schnell ausgleichen und den kompletten Federweg ausnutzen. Was bringen 120 mm Federweg, wenn man auf der Tour nur 80 mm nutzt? Die richtige Zugstufe entscheidet, ob einem der Lenker ständig entgegenspringt oder die Gabel dem Untergrund entsprechend ideal ausfedert. Die Druckstufe regelt die Einfedergeschwindigkeit. Eine optimale Einstellung verhindert nerviges Wippen, sorgt aber trotzdem für ein ausreichend feines Ansprechverhalten.

 

Federgabeln leisten Enormes. Sie übertragen Lenkkräfte und nehmen Seiten-, Torsions- und Bremskräfte auf. Das Dilemma: Der Markt verlangt nach immer niedrigerem Gewicht und höheren Steifigkeiten. Nebenbei sollen die Forken fein ansprechen, beim Pedalieren nicht wippen sowie genügend Schutz gegen Durchschläge bieten. Steifigkeiten und Gewicht lassen sich nach dem Kauf einer Gabel kaum mehr beeinflussen – ganz im Gegensatz zu der Performance.

 

Zahlreiche Einstellmöglichkeiten beeinflussen die Eigenschaften der Federgabel stark. Von unsensiblem Ansprechen und springendem Gabelholm bis hin zu trägem Verhalten mit ständigen Durchschlägen ist alles möglich. Das Ideal liegt irgendwo dazwischen. Wo genau, lässt sich durch ein paar Handgriffe schnell herausfinden. Zuerst muss der richtige Negativfederweg (Sag) ermittelt werden. Das sorgt für die optimale Ausnutzung des Federwegs und für ein sensibles Ansprechver­halten. Nach der Optimierung von Zug- und Druckstufendämpfung federt die Gabel mit der richtigen Geschwindigkeit ein und aus.

 

Ein gefederter Hinterbau vereint viele Aufgaben in sich. Er soll bei kleinsten Schlägen bereits fein ansprechen, jedoch auch Unebenheiten locker ausgleichen. Der Reifen muss stets am Boden bleiben um genügend Grip in der Kurve aufzubringen. Beim Treten darf sich der Hinterbau dagegen kaum bewegen, damit die Tretenergie wirklich nur in Vortrieb umgesetzt wird. Im Vergleich zu einer Federgabel ist die Funktion eines gefederten Hinterbaus wesentlich komplexer.

 

Nicht nur die Kinematik entscheidet über Kennlinie, Ansprechverhalten und Durchschlagschutz, auch der eingebaute Dämpfer beeinflusst die Performance. Rahmen- und Dämpferhersteller arbeiten deshalb eng zusammen, um die Eigenschaften des Dämpfers optimal auf das Verhalten des Hinterbaus  abzustimmen. Damit das System perfekt funktioniert, verlangt der Dämpfer nach einer individuellen Einstellung durch den Fahrer. Wie bei der Gabel gilt es, Negativfederweg, Zugstufe und optional die Druckstufe richtig einzustellen. Also nichts wie ran ans Tuning.

 

Luftfeder: Dies ist die mit Luft gefüllte Positivkammer, welche sich beim Einfedern in der Gabel komprimiert. Hierbei gilt dasselbe Prinzip wie bei Stahlfedern und Elastomeren. Mit Hilfe einer speziellen Hochdruckpumpe lässt sich der Luftdruck aufs Fahrergewicht abstimmen.

 

Dämpfung: Dient dazu, auftretende Schwingungen zu reduzieren. In Federgabeln steuert das Dämpfungssystem die Ein- und Ausfedergeschwindigkeiten. Dabei strömt meist Öl durch eine enge Öffnung und wandelt einen Teil der eingebrachten Energie in Wärme um.

 

Zugstufendämpfung/Rebound: Jede Feder versucht nach dem Komprimieren, ihre gespeicherte Energie sprunghaft abzugeben. Die Zugstufe regelt die Ausfedergeschwindigkeit der Gabel und verhindert das unerwünschte Nachschwingen.

 

Druckstufendämpfung/Kompression: Die Druckstufe arbeitet parallel zur Luftfeder und bremst die Eintauchgeschwindigkeit der Gabel. Somit lässt sich einerseits das Losbrechmoment erhöhen und andererseits ein schnelles Durchschlagen der Federgabel verhindern. Ein hohes Losbrechmoment geht allerdings immer auf Kosten des Ansprechverhaltens.

 

Sag/Negativfederweg: Der Weg, den die Gabel bei statischer Belastung durch den Fahrer (ruhiger Sitz im Sattel) eintaucht. Negativfederweg deshalb, weil er den Weg beschreibt, den die Gabel, u. a. bei Schlaglöchern ausfedern kann. Der Reifen behält so den Kontakt zum Boden und sorgt für genügend Traktion.

 

Lockout: Hierbei handelt es sich um einen Hebel, den der Fahrer am Federelement oder vom Lenkeraus bedient, um das System um blockierten. Die Funktion ist häufig mit einem Blow-off-Ventil gekoppelt. Dies gibt den Federweg bei Überlast frei und schützt das Federelement vor Beschädigung.

 

Optimaler Federweg: Viele Biker nutzen nur einen Teil des Federweges, da die luftgefederte Gabel oder der Hinterbau mit falschem Luftdruck arbeiten. Mit fatalen Folgen: Je weiter eine Federung bei gleicher Stoßbelastung einfedert, desto geringer ist die Belastung für den Fahrer. Diese Kraft leitet die Gabel über die Berührpunkte zum Lenker. Mehr genutzter Federweg bedeutet folglich eine Entlastung für den Fahrer. Stellen Sie also den Luftdruck so ein, dass Gabel und Hinterbau den vollen Federweg nutzen.

Ganz wichtig: Nehmen Sie sich Zeit für die Einstellungen, probieren Sie ruhig auch mal Neues aus. Ganz nach dem Prinzip: Fitting bei trying…..